Wie wirkt Bier auf die Gesundheit?

Über Bier besitzen die Menschen seit Jahrhunderten die Vorstellung, dass Bier ein Getränk zur Förderung der Gesundheit ist. Man kann annehmen, dass diese Einschätzung zur Gesundheit aus dem Mittelalter stammt. Aber im Mittelalter wurden auch noch Frauen als Hexen verbrannt. Man tut also gut daran, die alte "Weisheit" nach heutigen Maßstäben zu überprüfen. Zudem wird Bier auch mit negativen Erscheinungen wie dem Bierbauch verbunden.

Ist Bier "flüssiges Brot"?

Die Redewendung vom "flüssigen Brot" geht auf die mittelalterlichen Klosterbrüder zurück, die ihre Fastenzeiten zu überbrücken hatten. Getreu dem Leitsatz "Flüssiges bricht Fasten nicht" brauten sie sich in ihrer Klosterbrauerei ein an Kalorien reiches Nährbier (Fastenbier). Die entbehrungsreiche Zeit dürfte ihnen so leichter gefallen sein, und verlief sicher auch viel fröhlicher. Tatsächlich haben die Mönche damit einiges von ihrem Nahrungsdefizit ausgleichen können. Denn schon ein 0,2 Liter Glas Bockbier enthält etwa so viele Kalorien wie ein Brötchen, nämlich rund 550. Wer also auf Zechtour geht und z. B. zwei Liter Bockbier zu sich nimmt, der hat seinem Körper so viel Brennwert zugeführt wie jemand, der 10 Brötchen isst hat. Und je mehr Alkohol ein Bier enthält, umso höher ist auch der Brennwert des Getränks. Uns hat dabei besonders überrascht, dass ein Glas Cola, trotz des vielen Zuckers, den dieser Soft Drink enthält, im Schnitt nicht mehr Kalorien hat als ein durchschnittliches Pils.

Macht Bier dick und woher kommt der Bierbauch?

Biertrinken regt den Appetit an und lockert auch die Selbstkontrolle. So kann es schnell passieren, dass einer mehr isst, als für ihn gut wäre. Und schließlich enthält Bier ja auch kein Fett, kann also auch nichts ansetzen. Das klingt ganz logisch, ist aber nur die halbe Wahrheit. Tatsächlich wird auch der Alkohol vom Stoffwechsel des Körpers verbrannt - daher auch die hohe Zahl der Kalorien. Die Energie, die der Körper nicht nutzen kann, wandelt er aber in Fett um. Einfach gesagt: unser Körper hat keine Alkoholspeicher, aber er hat Fettspeicher. Der "Bierbauch" bringt es dann irgendwann an den Tag. Wer schlank bleiben will, sollte alkoholfreies Bier trinken.



Ist Bier eine Medizin?

Bier soll bei Gicht helfen, Knochenbrüche sollen schneller heilen, Nierenkranke erleichtert es angeblich, und es soll bei Tuberkulose und Blutverlust die Rekonvaleszenz beschleunigen. Wer unter Schlafstörungen leidet wird ebenso zum Biertrinken aufgefordert, wie der, der Verdauungsbeschwerden zu beklagen hat. Wir haben uns einmal ausgemalt, wie wohl der Beipackzettel beim 'Medikament' Bier aussähe, wenn man nur die wichtigsten Punkte aufführte.


Gebrauchsinformationen. Bitte sorgfältig lesen

Bier

Zutaten: Gerstenmalz, Hopfen, Hefe, Wasser

Wirkstoffe: Größtenteils Unbekannt

Zur oralen Applikation.


Anwendungsgebiete

- Als Beruhigungsmittel und Schlafmittel

- Bei Verdauungsbeschwerden

- Zur Vorbeugung von Nierensteinen

- Als Ergänzung zur Schlankheitsdiät

- Als physiologischer Energiespender bei akuten Erschöpfungszuständen

- Zur Stabilisierung und Erhaltung des Haarwuchses

Bier ist das medizinische Allheilmittel mit den natürlichen Kräften aus Gerstenmalz, Hopfen und Hefe.

Bei akuten Stresssymptomen wirkt es beruhigend, und kann auch als leichtes und bekömmliches Schlafmittel eingesetzt werden.

Zur Förderung der Verdauung trinken sie ein bis zwei Glas (200 - 500 ml) zu jeder Mahlzeit. Das streng natriumarme Tonikum eignet sich besonders für den Nierenkranken, da es diuretisch wirkt. Bei Appetitarmut empfehlen wir ein Glas vor der Mahlzeit.

Bier enthält kein Fett und wenig Kohlenhydrate. Sein physiologischer Brennwert liegt mit ca. 180 KJ pro 100 Gramm (z.B. Pils). Als Energiespender ist Bier für den Leistungsträger kaum verzichtbar. Es spendet dem erschlafften Organismus schnell und effektiv neue Kraft.

Gegenanzeigen

Nicht gemeinsam mit anderen Medikamenten verwenden. Patienten, die empfindlich auf Alkohol reagieren, sollten die Therapie unter ärztlicher Kontrolle durchführen.

Warnhinweis

Für Spätfolgen und Schädigungen, die aus missbräuchlicher Anwendung resultieren, übernimmt der Hersteller keine Haftung.

Das Schlafmittel "Bier"

Tatsächlich würde Bier eine Zulassung als Medikament niemals erhalten. Die Zahl seiner Inhaltsstoffe wird auf ca. 10.000 geschätzt, von denen eine Vielzahl noch gar nicht erforscht ist. Zudem sind die Wirkungen, die unser Beipackzettel zitiert bisher auch nur aus der Erfahrung bestätigt. So auch die angeblich schlaffördernde Wirkung. Es lässt sich nicht genau sagen, woher dieser Effekt kommen soll. Ist es der Stoff Methylbutanol, dessen Ursprung im Hopfen liegt? Hopfen ist der Naturheilkunde schon lange als Beruhigungsmittel bekannt. Kein Wunder: er ist ja auch der nächste botanische Verwandte der Cannabis-Pflanze. Es geht das Gerücht, der Sinn des Reinheitsgeboes habe darin gelegen, den beruhigenden Hopfen als Bierzutat festzulegen und so für ruhige Untertanen zu sorgen. Was immer von solchen Geschichten zu halten sei - der Nachweis, dass die Hopfenbestandteile das Bier zum Beruhigungstrunk machen, steht noch aus . Vielleicht ist es am Ende doch nur der Alkohol, der uns entspannt und einschläfert.

Wirkt Bier harntreibend?

Bisher ist eindeutig nur der Alkohol als Diuretikum (harnabführende Substanz) identifiziert. Bier enthält daneben Hordenin, eine aus der Gerste stammende Substanz, die als Diuretikum bezeichnet wird. Genauere aktuelle Studien zum Hordenin liegen aber nicht vor, und in der heutigen Medizin wird der Stoff nirgends verwendet. Außerdem enthält Bier aber noch eine Zaubersubstanz, die sehr stark diuretisch wirkt: Wasser. Die Nieren reagieren auf das Flüssigkeitsvolumen, das dem Körper zugeführt wird. So banal es klingen mag: wenn viel getrunken wird, dann wird auch viel ausgeschieden. Mit Mineralwasser kann man hervorragend Flüssigkeit austauschen und trotzdem leere Wasserspeicher auffüllen. Das Wasser im Bier aber wird gleichzeitig mit dem Alkohol aufgenommen: der Biertrinker scheidet mehr aus, als der, der die gleiche Menge Wasser trinkt, auch wenn im Körper Wassermangel herrscht. Wer Sport getrieben hat, sollte also seinen Durst niemals mit Bier zu stillen versuchen. Getränke wie eine Apfelschorle oder Wasser sind besser für die Gesundheit.

Regt Bier die Verdauung an?

Bier regt die Produktion der Magensäure an. So viel Säure, wie das Bier hervorbringt, braucht der Magen aber gar nicht, wenn er eine normale Mahlzeit verdaut. Die Überschüsse können einiges anrichten: Die Magenschleimhaut wird gereizt, auf Dauer möglicherweise geschädigt, die Speiseröhre kann bei Überschwappen der Säure ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen werden (Sodbrennen). Schuld daran sind einige beim Gärungsprozess entstehende Säuren, die dem Bier möglicherweise auch entzogen werden könnten. Das Resultat wäre ein magenfreundlicheres Getränk.

Hier noch ein Tipp zur Gesundheit: Wenn man am Abend kräftig zugelangt hat, kann der Stuhlgang am nächsten Tag etwas dünnflüssig ausfallen. Das liegt daran, dass der Alkohol auch die Darmwände kräftig reizt. Wer jetzt den morgendlichen Kater mit dem Schmerzmittel Salizylsäure bekämpft, der tut genau das Falsche, denn sie hat dieselbe Wirkung auf den Darm wie das Bier. Der Durchfall bleibt noch länger erhalten.

Das Fazit?

Es besteht kein Grund das Bier zu verteufeln. Es ist eine unserer vielen kleinen lieb gewonnenen alltäglichen Sünden. Aber wer Bier anpreist, als würde es Wunderdinge für unsere Gesundheit leisten, der überspannt den Bogen. Wissenschaftlich gesicherte Fakten, die positive Wirkungen des Bieres belegen, sind äußerst.

Nährwert für ein durchschnittliches Pils pro 100 g

Wasser: 92,0 g

Ethanol: 4,0 g

Kohlenhydrate: 3,2 g

Proteine: 0,5 g

Mineralien und Spurenelemente: 0,3 g

Ihre Meinung ist gefragt

Kommentar von michael | 26.03.2011

bier ist doch schön, ich trink gern nach getaner arbeit.............

Kommentar von Michi | 31.05.2011

Frage zu dieser Seite:

Oben steht:"...Denn schon ein Glas 'normales' Kölsch enthält etwa so viele Kalorien wie ein Brötchen, nämlich rund 100. Wer also auf Zechtour geht und z. B. zwei Liter Kölsch verdrückt, der hat seinem Körper so viel Brennwert zugeführt wie jemand, der 10 Brötchen isst hat...."

und weiter unten:
".... Bier enthält kein Fett und wenig Kohlenhydrate. Sein physiologischer Brennwert liegt mit 177Kj pro 100 Gramm weit unter dem von Brot (ca. 1000 Kilojoule). Damit eignet es sich hervorragend zur Nahrungsergänzung bei Kuren und Diäten...."

Wie passt das zusammen?

Kommentar von BierundWir-Team | 08.06.2011

Hallo Michi,

danke für den Hinweis. Das ist beim ersten Text nun konkreter und der zweite wurde angepasst.

Kommentar von Paul Wieland, Anaesthesist | 18.07.2011

Nach dem was Sie hier schreiben, haelt der Hanf (Cannabis sp) genau das was Bier verspricht, jedoch ohne die Spaetschaeden des Alkohols. Das groesste Problem mit Hanf ist, dass man als Schwerverbrecher eingestuft wird!

Kommentar von Wilfried | 24.08.2012

Zitat aus der Welt vom 24. Aug. 2012:

Bier senkt auch den Homocystein-Spiegel im Blut und senkt damit das Herzinfarktrisiko. Verantwortlich dafür ist nicht nur Vitamin B, sondern auch der hohe Gehalt an Folsäure im Bier. Etwa jeder dritte Deutsche über 40 Jahre ist von Arteriosklerose betroffen, der schleichenden Verkalkung von Blutgefäßen. Auslöser kann neben Bluthochdruck, genetischer Veranlagung und Zuckerkrankheit auch Homocystein sein. Folsäure und die Vitamine B12 und B6 in regelmäßigen Dosen können dem entgegenwirken. Generell steht fest, dass spezielle Pflanzenstoffe im Bier die antioxidative Kapazität des menschlichen Bluts stark verbessern, sprich: Giftige Sauerstoffradikale werden von unserem Körper nach einem Bier vorübergehend besser abgefangen, und das mindert wahrscheinlich Zellalterung und gefäßschädigende Fettoxidation.

Hier der Link zum ganzen Artikel:
http://www.welt.de/gesundheit/article3975357/Warum-Bier-gegen-Herzinfarkt-schuetzt.html

Kommentar von Sven | 28.01.2013

Ohne Bier währen wir nicht das was wir
heute sind und Jäger und Sammler geblieben.

Kommentar von michael | 23.07.2013

Bier bringt Energie für Körper und Geist. Ausserdem hilft es sehr gut beim Einschlafen.