Wirkung von Alkohol im Bier

Die Wirkung von Alkohol im Bier, Wein oder Schnaps hat mit individuellen Schwankungen einen, bei den meisten Menschen, typischen Verlauf: anfangs anregend, stimmungshebend, dann entspannend, schließlich schlaffördernd und muskelentspannend. Die Auswirkung eines steigenden Konsum von Alkohol auf das menschliche Nervensystem sind: Verlangsamung der Reaktion, Abnahme der Konzentrationsfähigkeit und Geschicklichkeit, Abnahme der Selbstkritik und damit der Kontrolle über Aggressivität. Die Abnahme der Selbstkritik im Rausch kann zur Selbstüberschätzung führen, das heißt, es werden Dinge gesagt und Handlungen gesetzt, die im nüchternen Zustand kaum zustande gekommen wären.


Wie wirkt Alkohol?

Für den Verlauf dieser Wirkung von Alkohol ist jedoch auch entscheidend, wie hoch konzentriert der Alkohol eingenommen wird, das heißt, wie rasch der Alkohol ins Blut aufgenommen und damit in das Gehirn und den Körper verteilt wird. Hier hat Bier aufgrund seiner niedrigen Alkoholkonzentration einen Vorteil gegenüber hochprozentigeren Getränken, da die Alkoholaufnahme langsamer erfolgt und damit die Wirkung des Alkohols auf Gehirn und Körper nicht schlagartig einsetzt. Bier hat zusätzlich den Vorteil des günstigen Verhältnisses von Alkohol und Flüssigkeitsmenge. Aufgrund dieses Verhältnisses hat Bier eine sehr langsame Anflutzeit. Da Bier zudem kohlensäurehaltig ist, kann man Alkohol in dieser Form nicht massenhaft auf einmal zu sich nehmen. Jedoch trinkt man Bier in größeren Mengen als Spirituosen, weshalb man effektiv das selbe Ergebnis erreicht, wenn auch nach längerer Zeit.

Bei Bier erfolgt die Aufnahme des Alkohols ausschließlich über die Magenschleimhaut. Bier zusammen mit Kohlensäure bildet im Magen einen großen Flüssigkeitsball, d.h. es dauert sehr lang, bis wirklich der gesamte Alkohol im Magen diffundiert. Im Gegensatz dazu bildet sich beim Trinken beispielsweise eines kleinen Schnaps im Magen keine kugelförmige Gestalt und der Alkohol wird in seiner Hochprozentigkeit sofort von der Magenwand aufgenommen. Bei hochkonzentriertem Alkohol geschieht die Alkoholaufnahme zudem auch bereits durch die Mundschleimhaut.



Was passiert im Gehirn bei der Alkoholaufnahme?

Alkohol SachbuchAlkohol eignet sich neben dem Konsum auch als Haushaltsreiniger, weil er gut Fett löst. Und genau diese fettlösende Kraft lüftet das Geheimnis vom Alkohol-Rausch. Tatort ist das Gehirn: Haarfeine Blutgefäße verteilen die Alkoholmoleküle über das gesamte Gewebe. Treffen Alkoholmoleküle auf einzelne Nervenzellen, setzen sie sich begierig auf ihre Fetthülle. Der Alkohol entfaltet seine Fettlösekraft und verursacht eine biochemische Kettenreaktion. Die angegriffenen Zellen schütten den euphorisierenden Botenstoff Dopamin aus.

Benachbarte Zellen im Belohnungszentrum des Gehirns nehmen das Dopamin über spezielle Rezeptoren auf. Das ist der Startschuss für ein Feuerwerk an Glücksgefühlen: Weitere Botenstoffe werden ausgeschüttet - für das zentrale Nervensystem ein rauschhafter Zustand. Um diesen Kick zu wiederholen, trinken wir weiter. Zwei Pils später schlägt der positive Effekt ins Gegenteil um, aller Zauber ist verflogen, die Wirklichkeit nur noch ein Zerrspiegel. Und das passiert im Gehirn: Die Nervenzellen fahren ihre Andockstellen für das Dopamin ein und der Aufputschstoff prallt von den Zellwänden ab.

 

Wie wird Alkohol abgebaut?

Der Abbau beginnt gleichzeitig mit der Aufnahme und erfolgt zum überwiegenden Teil über die Leber, dem wichtigsten Verdauungs- und Entgiftungsorgan des Menschen. Ein kleiner Teil (5 bis 10 Prozent) wird über die Atemluft, Schweiß, Speichel, Muttermilch und Harn ausgeschieden.

Wie schnell Alkohol aufgenommen wird und wie schnell er nach der Aufnahme über den Magen und Dünndarm in das Blut verteilt und damit wirksam wird, hängt stark von den körperlichen Voraussetzungen, Alter, Geschlecht und zusätzlicher Nahrungsmenge, aber auch von Zusatzstoffen wie Aroma, Zucker, Kohlensäure, etc., die in alkoholischen Getränken enthalten sind, ab. Daher ist eine Berechnung, welche Alkoholmenge welchen Alkoholspiegel im Blut bedingt, sehr trügerisch. Auch die Geschwindigkeit des Alkoholabbaus pro Stunde hängt von individuellen Faktoren ab, wird jedoch durchschnittlich mit 0,15 Promille pro Stunde angenommen.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat festgestellt, daß es für gesundheitliche Auswirkungen eine maximale Obergrenze pro Tag und Woche (Trinkgrenze) für den Konsum von Alkohol gibt. Sie empfiehlt als Höchstgrenze:

bei Männern 20, bei Frauen 13

sogenannte Standardgetränke und die Einhaltung von 2 total alkoholfreien Tagen pro Woche.
20 Gramm
Alkohol, etwa 0,5 Promille, entsprechen einem großen Glas Bier, einem Glas Wein oder einem kleinen Schnaps.

Ein Standardgetränk (Trinkeinheit) enthält etwa 13 Gramm Reinalkohol, das entspricht der Ausschankmenge

  • eines Seidels Märzenbier (330 ml),
  • eines Achtel Wein (125 ml),
  • eines Sekt (100 ml) oder einer Spirituose (20 ml) in den kleinsten üblichen Ausschankmengen.

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