Bier selbst brauen: Gärung, Abfüllung und Klärung

Die Gärung beim Bier brauen wird unterteilt in Hauptgärung und Nachgärung. Beide gemeinsam haben, dass die Gärung im Bier durch Hefe vollzogen wird, dabei wird Malzzucker in Alkohol und Kohlendioxid umgewandelt. Bei der Hauptgärung setzt sich Kräusen ab, das abgeschöpft wird. Die Nachgärung findet nach dem Abfüllen vom Jungbier in der Flasche statt.

Achter Schritt: Hauptgärung beim Bier

Wenn die Würze nach dem Abkühlen 6 Grad Celsius erreicht hat wird sie als Anstellwürze bezeichnet. In diesem Zustand wird Bierhefe zugegeben und diese durch häufiges Rühren belüftet. Danach wird der Gärbehälter schnell mit einem Deckel fast luftdicht abgeschlossen, damit keine fremden Stoffe hinein gelangen. In den ersten 6 Stunden rührt der Hobbybrauer das die Würze möglichst häufig um, damit sie ausreichend belüftet wird. Im Anschluss daran wird der Gärbehälter an einem Ort ohne Temperaturschwankungen abgestellt - sehr gut geeignet ist ein Keller. Fürs selbst Brauen von obergärigem Bier braucht die Hefe 15 bis 20 Grad Celsius. Untergäriges Bier entsteht bei 5 bis 10 Grad Celsius.

Wie lange die Gärung dauert hängt von der gebrauten Biersorte und der Art der Bierhefe ab. Zu Beginn der Gärung verarbeitet die Hefe den Sauerstoff und teilt dabei fortlaufend ihre Hefezellen. Wenn der Sauerstoff aufgebraucht ist setzt die Umwandlung von Malzzucker in Alkohol und Kohlensäure ein. Dabei bildet sich nach ca. einem Tag ein weißer Schaum, der aus Rückständen der Gärung besteht. Dieser Schaum, namens Kräusen, wird in den nächsten Tagen immer dicker. Er schützt das junge Bier vor Bakterien in der Raumluft. Zugleich entstehen auf den Kräusen Hefeflecken. Das sind braune Stellen, die von Ausscheidungen der Würze herkommen und vom aufsteigenden Kohlendioxid nach oben getragen werden. Diese Hefeflecken muss der Hobbybrauer währen der Gärung mindestens einmal am Tag mit einem sterilen Löffel abtragen.

Wenn die Kräusen in sich zusammenfallen ist die Hauptgärung beendet. Der Extraktgehalt vom Bier beträgt nung vier bis fünf Prozent Volumenalkohol auf der Bierspindel. Bevor der Heimbrauer mit dem Abfüllen beginnt, muss der restliche Schaum abgeschöpft werden. Schmeckt das Jungbier noch süß, sollte man es noch etwas gären lassen. Letztlich entscheidet der Geschmack vom Brauer wann er sein selbstgebrautes Bier abfüllt.



Neunter Schritt: Nachgärung und Abfüllen

Nach dem Ende der Hauptgärung wird das Jungbier in Flaschen abgefüllt, dort kommt es noch zur Nachgärung. Das Jungbier wird durch einen Abfüllschlauch in sterilisierte Bierflaschen gefüllt. Bei den Flaschen sollten zehn Prozent leer bleiben damit das bei der Nachgärung gebildete Kohlendioxid Platz hat. Die Bierflaschen werden fest verschlossen und drei bis fünf Tage abgedunkelt stehen gelassen. Dabei öffnet der Hobbybrauer die Flaschen mindestens einmal am Tag um das überschüssige Kohlendioxid entweichen zu lassen. Zum Abschluss lässt man das Bier in einem abgedunkelten Raum bei null bis drei Grad Celsius zehn bis fünfzehn Wochen lang reifen.

Sind die einzelnen Schritte zum Bier selbst brauen ordnungsgemäß und erfolgreich durchgeführt, so steht einem kühlen und leckeren selbstgebrauten Bier nichts mehr im Weg. Prost.