War Bier der Zaubertrank der Germanen und Kelten?

Da Kelten und Germanen keine Schrift besassen, ist man bei ihrer Bier- und Brauerei-Geschichte auf Ausgrabungen oder griechische und römische Quellen angewiesen. Der älteste Fund in Deutschland sind Bierkrüge in einem Grab aus der Zeit um 800 v. Chr. in der Nähe der Bierstadt Kulmbach in Oberfranken. Pytheas, ein Entdeckungsreisender um 300 v.Chr., berichtet von einem Getränk aus Getreide, das mit Honig versetzt wurde (Met) und bei den Einwohnern Mitteleuropas sehr beliebt war. Die ausführlichste Beschreibung der Geschichte zum Bier der Germanen finden sich beim römischen Historiker Tacitus in seinem Werk "Germania". Demnach wurden bei festlichen Anlässen und kultischen Feiern sehr grosse Mengen von eigens zu dem Anlass gebrautem Bier getrunken. Die Trinkmenge bei solchen Gelagen dürfte dementsprechenden in Mesopotamien und Ägypten ähneln. Das Bild wilder, hemmungslos Met trinkender Barbaren ist eine Übertreibung der Römer (=> Kriegspropaganda).

Wie wurde bei den Germanen und Kelten Bier gebraut?

Gebraut wurde Bier wie schon bei den Sumerern oder in einer Stein-Brauerei mit Getreidemalz von Gerste, Weizen, Roggen oder Hafer. Dabei erhitzte man die angerührte Maische in einem Kessel, es gab welche die immerhin 500 Liter faßten, wobei man die Temperatur mit Hilfe heißer Steine zusätzlich steigerte. Dem Bier wurden dann verschiedene Kräuter zugesetzt, die dazu dienten, dem Bier ein typisches Aroma verleihen, es länger haltbar zu machen. Vor allem sollten sie dem Bier eine aufputschende, psychisch stimulierende Wirkung für den Einsatz im Krieg geben.

Das am häufigsten verwendete Bilsenkraut wurde mit Thor, dem Gott des Donners assoziiert. Donnerte es so glaubten die Menschen dieser Zeit Thor putze seinen Sudkessel. Der Sage nach hat Gott Thor zusammen mit Thyr einem Riesen namens Hymir einen magischen Braukessel gestohlen. In diesem ging das Bier nie aus und die Götter und Helden in Walhalla brauchten nun keinen Durst mehr fürchten. Jahrhunderte hindurch war Bilsenkraut die beliebteste Bierwürze. Ein weiteres typisches Bierkraut war der Sumpfporst, der berauschend wirkte und in hohen Dosen zur Raserei führte. Die Krieger des gallischen Feldherrn Vercingetorix tranken vor der finalen Schlacht im Gallischen Krieg bei Alesia Bier, das mit dem Taumelloch (lolium temulentum) verstetzt war - er und seine Gallier verloren zwar die Schlacht gegen die Römer, gingen aber furchtlos zu tausenden in den Tod.



Erwiesen ist in der Geschichte, dass bereits die alten Ägypter ein Alraunenbier brauten, in anderen orientalischen Ländern setzte man dem Bier Haschisch zu und verfeinerte es mit Opium. Über indianische Stämme aus Südamerika wird berichtet, dass sie dem Maisbier Kokablätter, Windsamen und Stechapfel beimengten, alles psychoaktive Zutaten. Insofern können manche Versionen von Bier als "Zaubertrank" bezeichnet werden. Während die Germanen viele Kräuter der Natur für heilig hielten, wurden diese von den christlichen Missionaren als Symbole des Heidentums angesehen und verteufelt, ihre Verwendung wurde verboten.

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Kommentar von Unbekannt | 06.10.2013

Vergessen werden darf auch nicht. Das das Germanische Land den Stämmen noch mehr Pflanzen und Pilze anbot.
Ich könnte mir vorstellen das Pilze Muscarin(haltige), beigemengt waren. (Das Land bietet dem Germanen allerdings noch andere Pilze, Pflanzen, gar Tiere(?)). Welche aber fast identisch wirken.
Die Verfolgung dieser Bräuche wurde verteufelt und verboten. Der Rest der Geschichte ist uns bekannt.