Die Geschichte des Biers von der Erfindung bis zur Industrialisierung

Erfindung des Biers vor 6.000 Jahren in Mesopotamien

Erfindung des BiersHerstellung und Konsum von Bier sind untrennbar mit der Zivilisation, also der Sesshaft-werdung der Menschheit um 4.000 vor Christi Geburt verbunden. Erst durch den Ackerbau und Lagerhaltung war ausreichend Getreide zum Brauen vorhanden. Dadurch lassen sich die ersten Spuren in der ältesten Hochkultur der Menschheit im Zweistromland finden.

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Bier in der Antike

Bei den ersten Hochkulturen (Ägypten, Griechenland und Rom) war Bier bekannt und verbreitet. Denoch hatte Bier einen unterschiedlichen Stellenwert. Insbesondere weil die Verbreitung des Biers vom Nahen Osten in den gesamten Mittelmeerraum zum intensiven Aufeinandertreffen mit dem zweiten Kultgetränk der Menschheit führte - dem Wein. Es hat sich in der Folge ein friedliches Nebeneinander entwickelt, dass überwiegend von den klimatischen Anbaumöglichkeiten bestimmt wurde.

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Germanen & Kelten

Da Kelten und Germanen keine Schrift besassen, ist man bei ihrer Bier- und Brauerei-Geschichte auf Ausgrabungen oder griechische und römische Quellen angewiesen. Der älteste Fund in Deutschland sind Bierkrüge in einem Grab aus der Zeit um 800 v. Chr. in der Nähe der Bierstadt Kulmbach in Oberfranken. Pytheas, ein Entdeckungsreisender um 300 v.Chr., berichtet von einem Getränk aus Getreide, das mit Honig versetzt wurde (Met) und bei den Einwohnern Mitteleuropas sehr beliebt war. Die ausführlichste Beschreibung der Geschichte zum Bier der Germanen finden sich beim römischen Historiker Tacitus in seinem Werk "Germania". Demnach wurden bei festlichen Anlässen und kultischen Feiern sehr grosse Mengen von eigens zu dem Anlass gebrautem Bier getrunken.

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Entwicklung von Bayern zum Bierland

In Bayern gibt es 632 Brauereien, die 40 Biersorten und 4000 Marken herstellen. Im Freistaat steht damit rund die Hälfte der 1.300 deutschen Brauereien. Dies zeigt, dass Bayern nicht nur als Bierland gilt, sondern es auch ist. Doch begann die Vormacht des bayerischen Biers erst um 1600. Bier war bis zum 16. Jahrhundert eine vorrangig norddeutsche Angelegenheit. Hamburg allein hatte 600 Brauereien. Das Brauen und mit Bier brachte den Bürgen der Hansestädte einen Teil ihres Wohlstands ein.

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Mittelalter

Im Mittelalter in Europa wurden die wesentlichen Grundlagen für das bis heute existierende Brauwesen und Brauereien gelegt. Andererseits wirken heute einige der damaligen Praktiken und Inhaltsstoffe im Bier fremd und überraschend. Das Reinheitsgebot von 1516 gewährleistete die Ausübung eines geachteten handwerklichen Berufs auf einer einheitlichen Grundlage.

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Klosterbrauerei

Mönche haben in ihrer Klosterbrauerei das Bier und Brauen weiterentwickelt. Viele der ältesten heute noch existierenden Unternehmen sind Klosterbrauereien, die im frühen Mittelalter gegründet wurden. Neben dem Starkbier für die Fastenzeit im Kloster hatte Bier auch als Heilmittel große Bedeutung. Hildegard von Bingen und Paracelsus empfahlen Bier zur Wiederherstellung und Kräftigung der Gesundheit.

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Bayerisches Reinheitsgebot für Bier von 1516

Erlassen wurde das Bayerische Reinheitsgebot für Bier am 23. April, 1516 auf dem Ständetag zu Ingolstadt durch die beiden damals Bayern gemeinsam regierenden Herzöge Wilhelm IV. und seinen jüngeren Bruder Ludwig X. Das Reinheitsgebot ist eines der ersten Gesetze für Lebensmittel. Dieses Gesetz ist eine der Grundlagen für den guten Ruf von Bayern wenn es um Bier und das Brauen geht.

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Bier-König Gambrinus

Der legendäre Erfinder des Biers schmückt den Namen so mancher Brauerei und wird noch immer in Trinkliedern gepriesen. Doch wer war Gambrinus wirklich? Im 16. Jahrhundert schon ging der Forscher Burkart Waldis dieser Frage nach und verbreitete die Geschichte, Gambrinus habe die Braukunst direkt von der ägyptischen Sonnengöttin Isis gelernt. Doch allen historischen Bemühungen zum Trotz - eine abschließende Beurteilung der Figur des Gambrinus und seiner Erfindung Bier ist bis heute nicht möglich.

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Industrialisierung

Die Industrialisierung führte ab 1835 in Deutschland zu einer drastischen Steigerung der hergestellten Güter und veränderte die Gesellschaft wie nie zuvor. Die Verwissenschaftlichung und Qualitätssicherung wirkten sich auch auf das Brauwesen und die Herstellung von Bier aus. Hinzu kam die schnelle Entstehung von Großstädten mit ihren durstigen Fabrikarbeitern, die Bier massenweise nachfragten. In Österreich entwickelte der Bierbrauer Balling das Saccharometer zur Bestimmung der Stammwürze und 1854 gelang es dem französischen Chemiker Louis Pasteur die Gärung von Alkohol zu erklären.

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Reinheitsgebot heute

Das Reinheitsgebot für Bier hatte bis 1987 sowohl eine Innen- als auch eine Außenwirkung: einerseits war es deutschen Brauern verboten, abweichend von den strengen Vorschriften des Reinheitsgebotes Bier herzustellen, andererseits aber durften auch ausländische Produkte auf dem deutschen Markt nicht unter der Bezeichnung "Bier" veräußert werden, wenn sie den strengen Reinheitsgebotsvorschriften nicht entsprachen. Es bedurfte erst des "Engagements" der Europäischen Union, um nach über 450-jähriger unveränderter Gültigkeit vom Bayerischen Reinheitsgebot die Aufweichung dieses ehernen Grundsatzes der Bierproduktion für Bayern zu betreiben.

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