Schwarzbier aus Sachsen und Thüringen

Schwarzbier ist eine Biersorte, die sich in den vergangenen Jahrzehnten langsam aus dem Markt zu verabschieden schien. Seit Anfang der 90er Jahre hat sich dieser Trend umgekehrt. Das sehr dunkle, vollmundige und oft malzbetonte Bier findet immer mehr Freunde. Das mag daran liegen, daß der Konsument von heute die Abwechslung liebt und gern einmal etwas anderes probiert. In vielen Szene-Kneipen hat sich das Schwarzbier mittlerweile seinen festen Platz erobert und bereichert auch in Gaststätten und Restaurants die Bier-Palette.

Verbreitung: gesamte Bundesrepublik Deutschland, v. a. Sachsen und Thüringen

Biergattung: Vollbier

Stammwürze: über 11%

Alkoholgehalt: ca. 4,8 - 5% vol.

Bierart: untergärig

Charakteristik: sehr dunkles Bier, vollmundig: keine einheitliche Geschmackscharakteristik

Brauprozeß: Gärung mit untergäriger Hefe unter Verwendung dunkler Spezial- und Röstmalze

Geschichte: dunkelfarbige Braunbiere waren früher die vorherrschende Biersorte in Deutschland - seit 1543 ist Schwarzbier in Thüringen nachgewiesen; damals obergärig gebraut

Bierpflege: optimale Trinktemperatur liegt bei 8 Grad Celsius; wird gern aus dem Schwarzbierpokal getrunken



Bier hat eine "dunkle" Vergangenheit

Damit meldet sich das Bier in seiner ursprünglichen Form zurück. Denn der Siegeszug der hellen Biere begann erst vor etwa hundert Jahren. Die Brau- und Mälztechnologie hatte sich so weit entwickelt, daß es möglich wurde, auch mit hellem, weniger lang gedarrtem Malz ein wohlschmeckendes Bier zu brauen. Davor waren alle Biersorten mehr oder weniger dunkel. In Thüringen zum Beispiel ist das Brauen von Schwarzbier seit 1543 urkundlich belegt. Noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde überwiegend dunkles Bier getrunken. Mit der Verbreitung der helleren Biere, vor allem des Dortmunder und Pilsner Typs, gerieten die dunklen Biere mehr und mehr in Vergessenheit. Sie wurden zu regionalen Spezialitäten: am Niederrhein und in Düsseldorf das obergärige "Altbier", in Bayern das "Dunkle Lagerbier " und in Thüringen und Sachsen das "Schwarzbier".

Schwerpunkt in den neuen Bundesländern

Vor dem Fall der Mauer war dunkles Bier eher ein Nischenprodukt. Doch mit der Wiedervereinigung wurde die lange Brautradition in Ostdeutschland wiederbelebt. Heute wird dort ein hochwertiges Bier gebraut, das dem modernen Geschmack der Verbraucher entspricht. Das gilt sowohl für das Produkt als auch für den Markenauftritt. So liegt der Schwerpunkt der Brauereien für Schwarzbier in den neuen Bundesländern, vor allem in Thüringen und Sachsen, aber auch in Mecklenburg-Vorpommern. Ähnlich wie Bautzener Senf oder Spreewälder Gurken gehört das Schwarzbier zu den kulinarischen Spezialitäten aus Ostdeutschland, die zunehmend ihren Weg in die alten Bundesländer finden. Gerade auch Frauen haben das leichte, spritzige Schwarzbier, das bei einer Temperatur von 8 Grad Celsius aus dem typischen Schwarzbierpokal am besten schmeckt, zu schätzen gelernt.

Von Natur aus schwarz

Anders, als seine kräftige Farbe vielleicht vermuten läßt, ist Schwarzbier kein Starkbier, sondern wird mit einer Stammwürze von mindestens 11 Prozent untergärig gebraut. Der Alkoholgehalt liegt dann bei 4,8 bis 5 Prozent - ein echtes Vollbier also. Hergestellt wird es auf der Grundlage alter, traditionsreicher Rezepturen, mit Einsatz modernster Technologie und dem entsprechenden Know-how. Seine tiefdunkle Farbe erhält Schwarzbier übrigens ausschließlich durch die Verwendung von dunklen Spezial- oder Röstmalzen. Alles streng nach dem deutschen Reinheitsgebot für Bier. Bemerkenswert ist der hohe Vergärungsgrad beim Schwarzbier. Das bedeutet, daß das fertige Bier nur noch wenig Restextrakt enthält.