Weißbier bzw. Weizenbier

 

Die Biersorte Weißbier, häufig auch als Weizenbier bezeichnet, ist seit Jahren sehr erfolgreich und immer beliebter. Die typisch obergärige Bierspezialität aus Bayern gewinnt als einzige Biersorte seit Jahren innerhalb des insgesamt stagnierenden Biermarkts in Deutschland Marktanteile hinzu. Bekannt beim Weißbier ist besonders das charakteristische Bierglas. Mit 36 Prozent Nummer eins des in Bayern gebrauten Biers war 2011 Weißbier.

 

Herstellung von Weißbier bzw. Weizenbier

Beim Weizenbier bzw. Weißbier handelt es sich um ein obergäriges Bier, das mit obergäriger Hefe aus Weizenmalz (zu 50 bis 70%) unter Mitverwendung von Gerstenmalz hergestellt wird. Die obergärige Hefe unterscheidet sich deutlich von untergäriger Hefe (Einsatz für alle untergärigen Biere wie Pils, Export, Bockbier, etc.): Unter anderem durch ein anderes Aussehen der Hefezellen und durch den Auftrieb der Hefe, die im Verlauf der Gärung in den Gärgefäßen an die Oberfläche beim entstehenden Bier steigt. Untergärige Hefe setzt sich stattdessen am Boden des Gärgefäßes ab. Daher stammen auch die Begriffe öbergärig und untergärig.

Weizenbier ist nur mäßig gehopft, weist also eine geringere Bittere auf. Es hat jedoch eine große Schwankungsbreiten sowohl in der Bierfarbe als auch in den Stammwürzegehalten. Alle Weizenbiere sind kohlensäurereichund verfügen über ein typisches Aroma mit großer Geschmacksvielfalt. Die Nachgärung und Ausreifung der Weizenbiere teilen sich in drei Richtungen: sie finden entweder in der Flasche oder in Tanks mit einer mehr oder weniger starken Hefetrübung der fertigen Biere oder in besonderen Tanks mit anschließender Filtration statt. Im letzteren Fall ist das fertige Bier dann hefefrei und kristallklar, daher der Name Kristallweizen.



Das Weißbier will gut gepflegt und eingeschenkt werden

Weizenbier bedarf einer besonders sorgfältigen Behandlung. Diese beginnt schon mit der richtigen Lagerung (kühl und dunkel, Hefeweizen stehend) und findet ihre Fortsetzung in der Wahl des richtigen Glases. Am besten schmeckt es aus dem hohen, leicht geschwungenen, typischen Weizenbierglas, die es mit 0,5 l und inzwischen auch 0,3 l Fassungsvermögen gibt.

Um ein Überschäumen beim stark kohlensäurehaltigen Bier und übermäßige Schaumentwicklung zu verhindern, sollte das Glas vor dem Einschenken mit klarem, kaltem Wasser ausgespült werden (Wasser danach nur abtropfen lassen, kein Trockentuch verwenden!). Aus demselben Grund empfiehlt es sich, das Glas beim Einschenken schräg zu halten. In jedem Fall muss das Glas frei von Fettresten sein, da diese den Schaum sofort zusammenfallen ließen. Mit einem Rest Bier kann man beim Hefeweizen je nach individuellem Geschmack die abgesetzte Hefe teilweise oder vollständig aus der Flasche spülen. So kann jeder Biertrinker entsprechend dem eigenen Geschmack "letzte Hand anlegen".

Weizenbier wird in keinem Fall mit einer Scheibe Zitrone serviert. Der Zitronengeschmack verfälscht nicht nur den Biergeschmack, die in der Zitronenschale enthaltenen Öle zerstören auch den Schaum.Auch Reiskörner haben im Weizenbier nichts verloren. Zwar braust und zischt es nach der Reiszugabe kurzzeitig im Glas, aber dieser Vorgang treibt die Kohlensäure aus dem Glas, das Bier wird schal, die Note besonderer Spritzigkeit geht dem Weizenbier rasch verloren.

 

Ausstoßentwicklung der Biersorte

Der Anteil der Sorte liegt bei der Produktionsmenge in Bayern bei 36%. 1999 wurden in Bayern rund 7,4 Mio. hl Weizenbier gebraut, der Anteil am Gesamtausstoß betrug damals 31%. Hierin enthalten ist auch das alkoholarme Weizenbier ("Leichtes Weizen") mit ca. 330.000 hl, was einem Ausstoßanteil von 1,3% entspricht. Weizenbier ist seit 1994 in Bayern die Biersorte mit dem höchsten Ausstoß und konnte seine relative Marktbedeutung weiter festigen. In Bayern folgen im Jahr 2011 Helles Lagerbier mit 25%, Pilsner mit 12%, Export mit 10% und alkoholfreies Bier mit 6%.

Doch selbst für Bayern, das Stammland des Weizenbieres, war die heutige große Bedeutung des Weizenbieres lange keine Selbstverständlichkeit! Die obergärige Brauweise, bis zur Erfindung der Kältemaschine durch Carl Linde im Jahr 1876 weit verbreitet und selbst in Bayern, wo dank kalter Winter über weite Teile des Jahres die Erzeugung untergäriger Biere möglich war, die einzige Möglichkeit, auch in den Sommermonaten Bier zu brauen, war zu Beginn dieses Jahrhunderts fast in Vergessenheit geraten. Noch in den ersten Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg lag der Anteil, der vom gesamten bayerischen Bierausstoß auf Weizenbier entfiel, bei unter 3%. Im Jahr 1960 z.B. belief sich der Weizenbierausstoß aller bayerischer Brauereien auf gerade 439.000 hl. Der Anteil am Gesamtausstoß betrug 2,7%.

Erst 1965 setzte die Renaissance beim Weizenbiere ein, die ihm ein langsames, aber stetiges Ausstoßwachstum bescherte. Die hohen Zuwachsraten vor allem der letzten Jahre verdankt das erfrischende Weizenbier allerdings keineswegs nur dem Durst der Bayern. Zwar nahm der Siegeszug des Weizenbieres seinen Anfang in Bayern, vor allem in Südbayern, wo Weizenbier heute auf einen Ausstoßanteil von immerhin 36,7 % kommt (Nordbayern: 19,2 %), gerne getrunken wird es zunehmend aber auch außerhalb Bayerns. Vor allem die Lieferungen in andere Bundsländer, aber auch in das Ausland sind es heute, die die Ausstoßkurve für Weizenbier aus Bayern weiterhin nach oben zeigen lassen. Weizenbier ist, das belegen jüngere Untersuchungen, ein besonders bei jungen Erwachsenen beliebtes Getränk. Es sind die beruflich aktiven und sportlichen jungen Männer und Frauen, die zum Weizenbier greifen.

Ihre Meinung ist gefragt

Kommentar von Erik | 15.12.2009

Weizenbier ist immer noch ein kleiner Wachstumsmarkt! Sowie Biermix und Export! Die restlichen Sorten sind rückläufig!

Kommentar von Peter Schibli | 26.01.2011

Weissbier soll für ältere Leute sehr gesunde Stoffe enthalten. Können sie mich informieren?
Besten Dank
P.Schibli

Kommentar von aigner johann | 15.07.2011

welche weißbiermarken sind in einem biertender keg lieferbar und wo sind sie zu beziehen?
mfg
aigner johann

Kommentar von StatistTiger | 08.02.2012

Der Unterschied zwischen Nord- und Südbayern dürfte auch daher kommen, dass im Süden viele Großbrauerein sitzen, die für den internationalen Markt produzieren. Beim Verbrauch dürfte der Unterschied sicher kleiner sein.